Kein Denkmalschutz für den Roten Hahn.

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Der Rote Hahn beim Rochusmarkt, um 1900

Bei unserem Gespräch mit Rudolf Zabrana – unserem Bezirksvorsteher-Stellvertreter im Dritten – kamen wir auch auf den Roten Hahn auf der Landstraßer Hauptstraße zu sprechen.

Dabei teilte er uns mit, dass er soeben eine Nachricht vom Bundesdenkmalamt erhalten hat, in der steht, dass “der Rote Hahn” nicht unter Denkmalschutz gestellt werden kann, weil er bereits so oft umgebaut wurde, das nichts mehr Originales übrig ist, das unter Denkmalschutz gestellt werden kann.

Angesprochen auf die dazugehörige Häuserzeile, in der sich der Rote Hahn befindet, gibt es zwar einen Ensembleschutz. Jedoch Veränderungen unterliegen hier politisch erhöhter Aufmerksamkeit – ein Abbruch aus wirtschaftlich-technischen Gründen kann aber nur schwer verhindert werden.

Der derzeitige Eigentümer ist der Anliegervertreter und sogenannte „Aktionärsschreck“ Alexander Proschowsky – über den ihr Euch im Internet informieren könnt.

Geschichte des Hauses Landstraßer Hauptstraße 40.

Eines der ältesten Einkehrwirtshäuser der Landstraße ist der nach einem Hausschild benannte Gasthof „Zum roten Hahn“. Im Türkenjahr 1683 hat er bereits seit längerem existiert – wir wissen dies, da die Quellen vom gewaltsamen Tod des Wirtes vom „Roten Hahn“ berichten. Der „Rote Hahn“ (Landstraßer Hauptstraße 40) konnte sich als Vergnügungsetablissement nicht mit der „Goldenen Birne“ messen, als Einkehrgasthof hatte er aber lange Zeit hindurch einen sehr guten Ruf. Als der junge Adalbert Stifter 1826 nach Wien kam, übernachtete er mit seinen Freunden hier. Einen noch berühmteren Gast bekam das Lokal 1848: Im Oktober dieses Jahres wurde der Gasthof teilweise in die Geschehnisse der Revolution verwickelt. Beim Einzug der kaiserlichen Truppen soll aus diesem Hause auf die Soldaten geschossen worden sein, was zur Folge hatte, daß das Lokal vom Militär gestürmt wurde. Am selben Tag hielt der Banus Jellacic seinen Einzug auf der Landstraße; im „Roten Hahn“ nahm er sein Mittagessen ein.

 Nicht nur in der „Goldenen Birne“, auch im „Roten Hahn“ war Ludwig van Beethoven öfters zu Gast. Gegen Ende des 19. Jh.s wurde der „Rote Hahn“ zu einem regelrechten Treffpunkt für berühmte Maler der Zeit, verkehrten doch in diesen Jahren hier Leopold Munsch, Schindler, Rusz und Canon. Bis vor kurzen fanden wir an dieser Stelle der Landstraße einen Hotelbetrieb, der immer noch den Namen „Zum roten Hahn“ führte.

1943

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Der Innenhof des Hauses der „Rote Hahn“ – Aquarell von Blamauer

 

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Landstraßer Hauptstraße Nr.: 40 – Aufnahme 2008

 

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2008

 

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