BimBim – war der Fünfer ein Erdberger?

schlachthausgasse  48
Schlachthausgasse 48

Fast jeder kennt heute noch die Figur des „Fünfers“ aus dem Kaisermühlen Blues. Der von Gerald Pichowetz liebevoll gespielte Franz „Franzi“ Mayerhofer mit dem Spitznamen der „Fünfer“ geht dabei in Kaisermühlen immer in der Mitte der Straße auf den Schienen und ahmt dabei die Geräusche einer Straßenbahn der Linie Fünf nach. Auch in Erdberg gab es eine Person die immer in der Mitte der Straße ging, laute Geräusche machte und Stadtbekannt war – der Peitschenknaller Pepi.

Der Peitschenknaller Pepi

Er lebte in der Wohnung seiner verheirateten Schwester Margarete Neuhauser im Haus Schlachthausgasse 48/18 und sein Name war Josef Labmayr (1912-1988) und er entstammte einer Fleischhauerfamilie.

Überall im 3. Bezirk war er auch als „der Burli“ bekannt. Bei jedem Wetter war er bäuerlich gekleidet mit einer stolzen Feder am Hut zu Fuß unterwegs; er hielt dabei immer einen überlangen Peitschenstiel mit lang herabhängender Schnur samt Quaste, mit der er in Abständen schnalzte, in der Hand. Dabei  bewegte er sich aber ausnahmslos in der Mitte der Fahrbahn, und an ihm vorbei-fahrende oder ihm entgegenkommende Fahrzeuge mussten „dem Burli“ ausweichen.

Leider gibt es vom „Burli“ kein Foto!

 

In Wirklichkeit hat Ernst Hinterberger die Figur des Fünfers in Margareten kennengelernt und der war dort als die Linie „Sechs“ bekannt.

Dieser Mann, der Sechser, hatte die Eigenheit, dass er sich bei der Station Matzleinsdorfer Platz – manchmal aber auch erst bei der nächsten, Stolberggasse – auf die Schienen stellte, wichtigtuerisch und mit gesammeltem Ernst nach links und rechts schaute, dann den Kopf nach rückwärts drehte und pressiert ausrief: »Also! Alsoooü Was ist denn?! Was ist denn?!! Sofort alles einsteigen! Aaalles einsteigennn!« Und danach, mit eiserner Entschlossenheit in der Stimme: »Aaalles fertig? Aaabfahrt«, worauf er mit dem Fuß die nicht vorhandene Glocke des Fahrers betätigte, deren Bimmeln in mehreren Tonarten, die er je nach Laune zu variieren pflegte, nachahmte, mit der einen Hand die imaginäre Handbremse löste, mit der anderen den gleichfalls imaginären Stromregler einschaltete und sich, halb gehend, halb laufend, in Bewegung setzte. Und dann war er eben der Sechser.

Quelle: Landstraßer Bezirksmuseum und http://www.kaisermuehlen.eu/

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