21. September 1529 – Suleiman der Prächtige steht vor Wien

10661Im Dritten Bezirk gibt es kein einziges erhaltenes Bauwerk, das älter ist als 1529. Warum? Nun. der Grund liegt in der ersten und zweiten Türkenbelagerung von Wien.

Bei der ersten Belagerung verwendeten die Angreifer die Vorstädte, also auch unseren Dritten, als Deckung und brannten beim Abzug alles nieder – bei der zweiten kamen die Wiener den Belagerern zuvor und brannten im Vorhinein alles nieder um den Gegner keine Deckung zu lassen.

Die Geschichte
Im Jahr 1529 bedroht eine gigantische türkische Streitmacht Wien. 150.000 Mann haben sich Anfang Mai unter der Führung von Suleiman dem Prächtigen in Konstantinopel auf den Weg gemacht. Am 21. September erreichen sie Wien, den „goldenen Apfel“ der Christenheit.

Wenige Tage später ist die Stadt eingeschlossen. Suleiman fordert Wien zur Kapitulation auf. Um seiner Drohung Nachdruck zu verleihen, plündern seine Truppen die umliegenden Ortschaften, deren Einwohner versklavt oder zu Tode gefoltert werden. Wien ist auf sich allein gestellt, und die Übermacht ist erdrückend. Nur 20.000 im Kampf erprobte Söldner halten sich in der Stadt auf. Es beginnt eine dreiwöchige Belagerung. Heimlich graben die Angreifer Tunnel, um die Stadtbefestigung zu unterminieren und mit Hilfe von Schwarzpulverladungen zum Einsturz zu bringen. Aber der Plan wird vereitelt und die türkischen Truppen müssen sich demoralisiert zurückziehen.

Am 12. September berät sich Suleiman mit seinen Anführern. Die Versorgungslage ist schlecht, die vom Regen völlig aufgeweichten Wege erschweren den Nachschub. Doch vor dem Winter soll ein letzter Angriff gewagt werden. Am 14. Oktober gelingt es den Türken, eine große Bresche ins Kärntnertor zu schlagen – Wien scheint besiegt. Aber der Schutt des gesprengten Tores fällt nach außen und macht eine Erstürmung erneut unmöglich. Suleimans Janitscharen brechen den Angriff ab. Wien ist gerettet. In der Nacht zum 15. Oktober beginnt der Abzug des gigantischen Heeres.

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